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Aus der Vereinsgeschichte:
3. Herausragende Kammermusikereignisse vor dem ersten Weltkrieg

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Am Ende der ersten vierzig Jahre des Vereins der Künstler und Kunstfreunde standen immerhin weit herausragende Kammermusik - Ereignisse im Programm.

 

An fünf zusammenhängenden, mit einem Tag Pause aufeinander folgenden Abenden wurden 1910 vom berühmten Klingler-Quartett, das damals zu den besten der Welt zählte, sämtliche Beethoven-Quartette vorgetragen.

Es ist interessant, daß das Klingler-Quartett - bis in die dreißiger Jahre regelmäßiger
Gast im Verein - im April 1913 erneut zu fünf aufeinander folgenden Kammermusik-Abenden eingeladen war, an denen jeweils ein Streich-Trio,  ein -Quartett und ein -Quintett von Haydn, Beethoven und Mozart gespielt wurden.

Solche Höhepunkte für das gesamte Musikleben der Stadt wiederholten sich künftig selten. Doch das Brahms- Kammermusikfest an sechs Abenden im Frühjahr 1911, an denen neben den Quartetten auch Lieder und Sextette, Trios und Quintette erklangen, zeigte an, zu welchen beachtlichen Angeboten dieser Verein zugunsten des Wiesbadener Musiklebens fähig war.

Ein solches Kammermusikfest war begründet in der Brahms Tradition des Vereins, die bereits zu Lebzeiten des Komponisten begann. Über dessen persönliches Konzertieren im Casino-Saal 1884 wurde bei früheren Anlässen schon ausführlich berichtet.
Johannes Brahms 1884
Auch andere Komponisten waren immer wieder eingeladen, ihre Werke selbst zu spielen - keine Geringeren als Max Reger, Richard Strauss, dann auch Hans Pfitzner wären hier noch zu nennen. Und sie brachten neue Werke mit, mit denen man sich eben in Wiesbaden sehr offen befaßte. Beispielhaft dafür sind die Programme von und mit Max Reger, zu dem in den 1890er Jahren ein erster Kontakt entstanden war und der dreimal im Verein spielte.
Max Reger 1908
Nicht vergessen sei, dass 1911 dem Brahms-Fest extravagante Konzerte von Weltniveau vorausgegangen waren. Vier Wochen zuvor spielte kein Geringerer als Wilhelm Backhaus beim Verein (im Programm immerhin die Chromatische Fantasie und Fuge von Bach sowie zwei Stücke von Debussy, damals „neue" Musik). Backhaus kam noch mehrmals, zuletzt im Zweiten Weltkrieg.
Wilhelm Backhaus

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